Onlinekurse erstellen [Interview]

Hier siehst du Barbara Riedl lächelnd im schwarz-weißen Trachtenjankerl.

Von Facebook zu Communi: Barbara Riedl erzählt, wie der Wechsel die Smart Pinning Society verändert hat, warum Pinterest langfristig wirkt und worauf du beim Start deines eigenen Kurses achten solltest.

Barbara Riedl betreibt gemeinsam mit Stefanie Norden die Smart Pinning Society, eine Pinterest-Community für Selbstständige. Im Mai 2025 sind die beiden mit ihrer Community von Facebook zu Communi umgezogen, und die Aktivität ist seither deutlich gestiegen. Im Interview erzählt Barbara, was sich verändert hat, für wen Pinterest sich lohnt und worauf du achten solltest, wenn du deinen eigenen Kurs starten willst.

Barbara Riedl ist Strategin und Beraterin für Unternehmerinnen mit digitalen Produkten. Ihr Leitsatz lautet: „Dein Online-Angebot verdient mehr als Zufall.“ Sie bringt über 20 Jahre Online-Erfahrung mit, inklusive Geschäftsführung in einem internationalen Onlineunternehmen. Ihre Lieblingskanäle sind Blog, Podcast und Pinterest, weil sie noch Monate nach dem Veröffentlichen für dich arbeiten.

Wie sieht dein Businesskonzept aus?

Ich begleite Unternehmerinnen, die Onlinekurse, Memberships oder andere digitale Produkte verkaufen. Mein Schwerpunkt ist die Strategie dahinter: Wie finden die richtigen Menschen dein Angebot, wie kommen sie gut darin an und warum bleiben sie? Dafür biete ich 1:1-Mentoring und strategisches Sparring an.

Dazu kommen eigene Produkte, allen voran die Smart Pinning Society. Mein Herz schlägt für Marketing-Kanäle mit langem Atem. Ein guter Blogartikel oder ein gut optimierter Pin bringt dir noch Besucher, wenn du längst am Strand liegst. Diese Zeit zurückzugeben ist für mich der Kern von gutem Marketing.

Viele Businesskonzepte verändern sich gerade. Betrifft dich das auch?

Ja, und ich bin froh darüber. KI erstellt heute in Sekunden Texte, Bilder und komplette Kursgliederungen. Reine Information ist dadurch billig und schnell verfügbar geworden.

Was dir aber keine KI abnimmt, ist Vertrauen. Das entsteht, wenn Menschen dich erleben, Fragen stellen dürfen und merken, dass du ihnen zuhörst.

Deshalb habe ich mein Angebot stärker auf Community, Begleitung und Live-Formate ausgerichtet. Challenges sind für mich zum wichtigsten Launchformat geworden. Und in der Beratung höre ich seltener die Frage, wie jemand mehr Content produziert. Viel öfter fragen mich Kundinnen: „Wie baue ich ein Angebot, das meine Teilnehmer gerne weiterempfehlen?“

Was ist die Smart Pinning Society und wobei unterstützt ihr?

Stefanie Norden von B2N Social Media und ich haben die Smart Pinning Society 2021 gegründet. Wir hatten beide dasselbe beobachtet: Viele Selbstständige ahnen, dass Pinterest Potenzial hat. Dann verlieren sie sich zwischen Keywords, Boards und Pin-Formaten und geben nach drei Wochen frustriert auf.

In der Smart Pinning Society zeigen wir dir, wie du Pinterest nutzt, um die Menschen auf deine Website, deinen Blog oder in deinen Shop zu bringen.

Für wen ist Pinterest besonders interessant?

Pinterest lohnt sich für alle, die eine Website, einen Blog oder einen Shop haben und Inhalte mit langer Lebensdauer erstellen. Klassiker sind Food, Interior, DIY und Reisen. Ich sehe aber auch Coaches, Beraterinnen und Kursanbieterinnen, die mit Pinterest ihre Newsletter-Liste aufbauen und Freebies verteilen.

Weniger gut passt Pinterest, wenn du kein Ziel für die Klicks hast. Ohne Website oder Landingpage verpufft die Reichweite. Auch wer nach einer Woche Ergebnisse erwartet, braucht Geduld: Pinterest belohnt Beständigkeit, die ersten spürbaren Effekte zeigen sich meist nach einigen Monaten.

Wer langsam starten möchte, kann die ersten Schritte mit meinem kostenlosen E-Mail-Kurs (Affiliate-Link) gehen: https://www.kaleidocom.at/pinterest-e-mail-kurs/

Warum seid ihr von der Facebook-Gruppe zu Communi gewechselt?

Ich habe jahrelang über Facebook geschimpft und bin trotzdem geblieben, weil sich halt einfach viele mit Facebook auskennen und ohnehin eingeloggt sind.

Als Kursteilnehmerin habe ich mir Kajabi, Skool, Heartbeat und Searchie angeschaut. Für Heartbeat hatte ich sogar einen AppSumo-Deal gekauft (ja, ich gestehe, Schnäppchen machen mich schwach). Nichts davon hat mich überzeugt.

Im Frühling 2025 kündigte Facebook an, Videos in Gruppen nur noch 30 Tage zu speichern. Das war der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

Kurz darauf erzählte mir eine Bekannte, dass sie von Mighty Networks zu Communi gewechselt ist und es nicht bereut hat. Die vielen deutschsprachigen Kursanbieter auf der Plattform und der damals verfügbare Lifetime-Deal haben mich überzeugt.

Im Mai 2025 sind wir übersiedelt. Vorher haben einige Mitglieder die neue Community getestet, und ihr Feedback war so positiv, dass wir den Wechsel mit einem kleinen Launch durchgezogen haben.

Eine Handvoll Mitglieder haben wir verloren, die waren aber auch vorher kaum aktiv. Viele haben sich bedankt, weil sie sich endlich nicht mehr bei Facebook einloggen müssen.

Und dann wurde mein Facebook-Account 2025 im Juni erst einmal für ein paar Tage und im November dann für 7 Wochen gesperrt.

Wäre unsere Community noch dort gewesen, hätte ich den Kontakt zu allen Mitgliedern auf einen Schlag verloren. Mir wird heute noch heiß, wenn ich daran denke.

Welche Vorteile hat Communi für euch und eure Teilnehmer?

Für uns als Anbieterinnen liegt alles an einem Ort: Kurse mit Modulen und Lektionen, die Community, der Kalender und die Events. Wir brauchen kein separates Tool mehr, um Termine zu verwalten.

Für die Teilnehmer ist Communi ein ablenkungsfreier Raum. Auf Facebook konkurriert deine Gruppe mit Werbung, Katzenvideos und den Urlaubsfotos der Schwägerin. Bei Communi kommen Mitglieder ganz bewusst, um mitzumachen. Neue Mitglieder bekommen automatisch eine Willkommensnachricht mit einem Video und finden sich dank der klaren Navigation gut zurecht.

Zwei Funktionen finde ich besonders hilfreich, wenn es darum geht Mitglieder bei der Stange zu halten:

  • Die automatisierten Nachrichten: Du kannst Chat-Nachrichten automatisch versenden und timen. Das erleichtert das Onboarding.
  • Posts per E-Mail versenden: Wichtige Beiträge landen zusätzlich im Postfach der Mitglieder. So finden sie immer wieder den Weg zurück in die Gruppe.

Was schätzt ihr an Communi besonders?

Am meisten schätze ich, dass wir mitgestalten dürfen. Der Inhaber ist persönlich erreichbar, hört sich unsere Ideen an und setzt viele davon um. Die Plattform wird laufend weiterentwickelt, auch weil so viele deutschsprachige Kursanbieter sie nutzen und Feedback geben.

Communi ist für mich die solide Mittelklasse unter den Community-Plattformen. Es ist nicht aufregend, dafür zuverlässig und aufgeräumt. Meine ausführliche Bewertung mit allen Vor- und Nachteilen findest du in meinem Beitrag Communi: Community und Kurse unter einem Dach.

3 Tipps für deinen eigenen Onlinekurs

Die wichtigste Erkenntnis aus knapp 10 Jahren Kursbetrieb: Dein erster Kurs muss nicht perfekt sein.

Diese drei Dinge möchte ich dir mitgeben.

1. Starte mit einer Beta-Version. Viele Kursideen sterben in der Planungsphase, weil wir monatelang an Videos feilen. Biete deinen Kurs zuerst einer kleinen Gruppe zu einem Einführungspreis an und entwickle ihn mit ihrem Feedback weiter.

2. Plane das Ankommen deiner Teilnehmer. Die ersten 72 Stunden nach dem Kauf entscheiden, ob jemand ins Tun kommt oder den Kurs vergisst. Eine Willkommensnachricht, ein kurzes Video und eine klare erste Aufgabe wirken Wunder.

3. Sei präsent. Du und deine Erfahrungen machen den Unterschied. Den Rest kann die KI. Kursgliederungen, Arbeitsblätter und Zusammenfassungen erstellt dir heute jedes Tool in Minuten. Was deine Teilnehmer bei dir halten wird, bist du: deine Geschichten aus der Praxis, deine Fehler, über die ihr gemeinsam lacht, und deine Antwort auf genau ihre Frage im Live-Call.

Und noch ein Gedanke zum Schluss: Bau deine Community auf einer Plattform auf, die dir gehört oder die du kontrollierst. Facebook hat mir gezeigt, wie dünn das Eis sein kann. Wenn du schon länger mit dem Gedanken an einen eigenen Kurs spielst, ist jetzt ein guter Moment. Du hast Wissen, das anderen hilft, und mit den heutigen Tools brauchst du dafür kein großes Budget mehr.

Vielen Dank für die wertvollen Impulse liebe Barbara.

Blick aus meiner Sicht als Vernetzungsspezialistin

Besonders für Kurse mit dynamischen Inhalten wie Social Media (Pinterest, LinkedIn, Insta etc.) ist es wichtig, verschiedene Möglichkeiten nutzen zu können, um Kursteilnehmer auf dem Laufenden zu halten. Barbara und Stefanie nutzen hierfür Beiträge in der Community, Live-Events und auch den Kursbereich. Praktisch ist, dass man ein Live-Event später auch als Aufzeichnung im Kursbereich zur Verfügung stellen kann. Allerdings muss man dabei bedenken, dass Live-Webinare oder Live-Workshops keine hohe Lerndichte aufweisen. Empfehlenswert ist deshalb, das Wissen auch kompakt im Kursbereich zur Verfügung zu stellen.

Als ich sechs Monate in der Smart Pinning Society (Pinterestkurs von Barbara und Stefanie) als Kursteilnehmerin dabei war, fand ich es super motivierend, an einem wöchentlichen Aktionstag teilzunehmen, wo sich die Kursteilnehmer auf Pinterest gegenseitig unterstützen. Für solche Aktionstage (Wochentage, Monatsanfang, Monatsende etc.) wie auch Challenges (Barbara Brugger berichtet im Blogartikel „Entspannte Augen“ über Augenübungsroutinen) und andere Aktionseinheiten ist ein Community-Bereich perfekt nutzbar. Man sieht, wer teilnimmt und kann Aktionen in diesem geschützten Rahmen leicht organisieren. Aktionen fördern, dass sich die Mitglieder gegenseitig beflügeln und damit erfolgreicher werden.

Hier der wöchentliche Post vom Interaktionsmontag von Stefanie:

Was ist dir beim Erstellen und Organisieren eines Onlinekurses wichtig? Wobei wünschst du dir mehr Unterstützung? Kommentare sind herzlich willkommen.

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